Ich Habe Ihm Geld Gegeben
Der Boden glänzte und die Fenster waren weit aufgerissen.
Aplet schien mich noch nicht bemerkt zu haben, denn er legte sich direkt im Wohnzimmer, mit dem Kopf auf den Couchtisch und mit dem Torso auf die Couch.
Dann schmiss er den Fernsehapparat an und schlief sehr bald darauf ein.
Ich war gerade dabei den Schlafzimmerschrank zu wischen, es wurde nach so langer Zeit auch mal wieder nötig, als mir einfiel, dass ich den Herd in der Küche noch an hatte und er irgendwie nicht so richtig zu meinen Schuhen passte.
Die Hauptverkehrsstraße, ihr Name ist Pinbtuo, war heute besonders befahren worden. Man hatte kaum eine Chance über die Straße zu gelangen. Lumo, ein begeisterter Arschkriecher, der in der Stadt bekannt war, er war sehr prominent, was das Kriechen anbelangt, hatte heute sein Glück versucht, an diesem heutigen nass, kalten Tag über die von Autos und Verkehrsfahrzeugen befahrene Straße zu gelangen. Er hatte es sonst immer geschafft, doch heute rutschte er mit seinen neuen Schleimer-Sandaletten aus. Dann schaute er nur noch nach links...
Mein Name ist Poil und ich habe den Tisch soeben gedeckt, auch wenn es sonst nicht so meine Art ist. Nachdem ich das Essen von der Platte genommen hatte, konnte die Musik ihren Klängen von alleine folgen und ich unternahm den Versuch Aplet zu wecken, der ja immer noch vor der Flimmerkiste schlummerte. Während ich ihn wachrüttelte, schlug er mich ganz unverhofft mit seiner Faust auf meine Nase, die sich ihm scheinbar in den Weg stellte. Mit einem lauten Schrei , zurückweichend, fiel Poil nach hinten, mit dem Arsch genau auf Aplet's neues Korkenzieher-Set. „Danke!“, schrie sie ihn an, „das habe ich mir aber auch wirklich verdient. Ich dachte schon, dass das heute gar nicht mehr kommen würde.“ Poil bekam fast täglich einen Schlag auf ihr Maul, für all das, was sie ihm nicht geben wollte. Dazu gehörten auch Sachen wie zum Beispiel: Kleiderbügel, gelbe Socken, Lockenwickler, Puder, Wimperntusche, der Föhn, Kreide, Zinnmännchen, blaue Müllbeutel, Hosenträger, Glasschneider, Salz und Pfeffer, Pommesgabel, Gottesgaben und vieles mehr.
Lumo riss die Augen nicht weiter auf, sondern er schloss sie, auf das der Traum Ende. Er hörte nur noch ein lautes quietschen, dann war es vorbei. Der Fahrer des Wagens stieg aus, packte sich den Jungen und vermöbelte ihn erstmal mit seinem Baseballschläger, den er immer in seiner Innentasche mit sich trug. Nach dem er mit seiner Gesichtsveränderung fertig war, schmiss er Lumo, als wäre nichts gewesen, an den Straßenrand und fuhr davon.
Lumo kochte. Er war wütend darüber, dass der Verprügler ihn auf die falsche Seite befördert hatte. Er stellte sich vorsichtig hin, hob die Fäuste und schrie:“Du böser, du!“
Die Kerzen am Esstisch waren schon fast vollständig abgebrannt, so lange hatten Aplet und Poil zusammen gesessen und gegessen. Heute gab es Krautsalat und als Hauptgericht gekochten Rotkohl mit Eigelb. Sie hatten sich alle auf dieses Festessen gefreut, doch irgendetwas stimmte nicht. „Du hast ihm Geld gegeben, stimmt's!?“
Poil schaute ihn an. „Was m-m-m-meinst du dam-m-m-mit?“, sie wusste anscheinend nicht so recht, wovon er sprach. „Na, ich meine, dass du ihm heute dein Geld gegeben hast“, seine Stimme würde wundervoll zornig. Zuckersüß wie Honig. „Aber du hattest es mir doch so befohlen oder etwa nicht? Doch oder nicht?“
„Es ist doch schon gut, du musst nicht gleich anfangen zu weinen. Du hast ja recht.“ Aplet wusste genau warum er sie angebrüllt hatte. Sie hatte es sich mal wieder verdient. „Wie viel wollte er denn heute haben?“, fragte er sie mit einem schmelzenden Lächeln. Sie fing an zu stottern und Poil wusste was jetzt passieren würde. Jetzt würde sie sich nicht mehr in einen Klempner verlieben, denn die sind ihr doch zu teuer. Aplet erhob sich und lies Poil dort sitzen, bis sie zu einer Salzsäule erstarrte. Aplet nahm sich das Leben, was ihm zustand.
Doch was geschah mit Lumo? Hier trennen sich die Interessen...









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